Männeranteil in Kitas steigt auch 2015 (dis)kontinuierlich weiter an

Abbildung 1. Quelle: Forschungsdatenzentrum der Länder im Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Statistik der Kinder- und Jugendhilfe Teil. III (Statistik der Kinder und tätigen Personen in Tageseinrichtungen) 2015.

Abbildung 2. Quelle: Forschungsdatenzentrum der Länder im Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Statistik der Kinder- und Jugendhilfe Teil. III (Statistik der Kinder und tätigen Personen in Tageseinrichtungen) 2014.

 

Im Jahr 2015 arbeiteten 24.927 männlichen Fachkräfte, Praktikanten, Freiwilligendienstler und ABM-Kräfte in Kitas. Dies entspricht einem relativen Männeranteil von 4,7%. Während sich über Hamburg, Bremen und Berlin mittlerweile sagen lässt, dass Männer (fast) zum Alltag in Kitas gehören,  sind Männer in Kitas insbesondere in Sachsen-Anhalt und Bayern immer noch eine Seltenheit. Abbildung 1 zeigt den Anteil männlicher Fachkräfte, Praktikanten, Freiwilligendienstler und ABM-Kräfte aufgeschlüsselt nach einzelnen Bundesländern (siehe unten).

-> siehe Abbildung 1

Der Anteil männlicher Fachkräfte ohne Praktikanten, Freiwilligendienstler und ABM-Kräfte lag in Gesamtdeutschland im Jahr 2015 bei 4,1%, das waren  19.998 männliche Fachkräfte.  Auch der Anteil männlicher Fachkräfte variiert stark zwischen den einzelnen Bundesländern, wie die oben stehende Tabelle zeigt.

-> siehe Abbildung 2

In Hamburg, Bremen und Berlin arbeiten die meisten Männer in Kitas. Während der Männeranteil in Bremen allerdings im Jahr 2015 sinkt, steigt er in Hamburg und Berlin weiterhin an.

Hamburg weist auch 2015 den höchsten Männeranteil in Kitas auf. Auffällig ist jedoch, dass in Hamburg der Männeranteil nachdem er im Jahr 2014 das erste Mal seit vielen Jahren im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, im Jahr 2015 wieder kräftig gestiegen ist. Lag der Männeranteil im Jahr 2014 noch bei 9,9% (Fachkräfte incl. Praktikanten, etc.) bzw. bei 8,9% (nur Fachkräfte) stieg der Anteil im Jahr 2015 auf 10,5% bzw. 9,6%.

Bremen und Berlin teilen sich die Plätze zwei und drei. In Berlin beträgt der Anteil männlicher Fachkräfte (ohne Praktikanten, etc.) insgesamt 8,4%, in Bremen liegt der Anteil männlicher Fachkräfte mit 8,3% leicht darunter. Auch wenn man die männlichen Praktikanten, etc. in die Datenberechnung mit einbezieht, hat Berlin leicht die Nase vorn. So liegt der Anteil männlicher Fachkräfte, incl. Praktikanten, etc. in Bremen bei 7,9%, während er in Berlin bei 8,8% liegt.

Da Hamburg, Bremen und Berlin zudem einen Anteil von über 20% männlichen Fachschülern in Fachschulen für Sozialpädagogik aufweisen, ist zu vermuten, dass in diesen Bundesländern sich auch in den nächsten Jahren der Männeranteil in Kitas auf relativ hohem Niveau bewegen wird.

Männeranteil in den Fachschulen

Bayern und Sachsen-Anhalt bilden die Schlusslichter unter den Bundesländern. Sachsen-Anhalt weist allerdings zwischen 2013 und 2015 eine überdurchschnittliche Steigerung des Männeranteils auf

In Bayern und Sachsen-Anhalt ist der Männeranteil in Kitas deutschlandweit am geringsten. Zum Stichtag 31.3.2015 arbeiteten in Bayern 1.571 männliche Fachkräfte in Kitas, die damit 2,2 % der gesamten pädagogischen Fachkräfte in diesem Bundesland ausmachen. Rechnet man noch die männlichen Praktikanten, Freiwilligendienstler und ABM-Kräfte dazu, erhöht sich die Anzahl auf 2.177 Männer (2,8%).

In Sachsen-Anhalt arbeiteten im Jahr 2015 insgesamt 385 männliche Fachkräfte in Kitas. Das entspricht 2,8%. Zählt man die männlichen Praktikanten, etc. hinzu, erhöht sich die Anzahl auf 451 Männer in Kitas. Dies entspricht 3,1%. Sachsen-Anhalt weist somit zwischen 2014 und 2015 eine Steigerung von 0,3 Prozentpunkten (bei den männlichen Fachkräften) bzw. von 0,5 Prozentpunkten (bei den männlichen Fachkräften, incl. Praktikanten, etc.) auf. In Gesamtdeutschland betrug die Steigerung des Männeranteils dagegen „nur“ jeweils 0,3 Prozentpunkte.

Berlin, Sachsen und Brandenburg weisen in den letzten acht Jahren die höchste Steigerung des Männeranteils auf.

Ein Vergleich über einen Zeitraum von acht Jahren zeigt, dass insbesondere Berlin, aber auch die Bundesländer Sachsen und Brandenburg eine überdurchschnittlich hohe Steigerung des Männeranteils verzeichnen konnten.

So stieg in den Jahren 2007 bis 2015 in Gesamtdeutschland der Anteil männlicher Fachkräfte (ohne Praktikanten, etc.) von 2,2% auf 4,1% – dies entspricht einer Steigerung von 2,2 Prozentpunkten. Der Anteil männlicher Fachkräfte, incl. Praktikanten und Freiwilligendienstler. Stieg im gleichen Zeitraum von 2,8% auf 4,7% (Steigerung von 1,9 Prozentpunkten). In Berlin betrug dagegen die Steigerung des Männeranteils zwischen 2007 und 2015 insgesamt 4,9 Prozentpunkte (nur Fachkräfte) bzw. 5,0 Prozentpunkte (Fachkräfte incl. Praktikanten, etc.).

In Sachsen und Brandenburg betrug die Steigerung des Anteils männlicher Fachkräfte (ohne Praktikanten) in den letzten acht Jahren 3,5 bzw. 3,7 Prozentpunkte. Die Steigerung des Anteils männlicher Fachkräfte, incl. Praktikanten und Freiwilligendienstler belief sich auf 3,8 bzw. 3,7 Prozentpunkte. In Sachsen geht die Steigerung des Männeranteils allerdings vor allem auf die Zunahme männlicher Beschäftigter in Dresdener und Leipziger Kitas zurück. So arbeiteten im Jahr 2015 mehr als die Hälfte aller sächsischen männlichen Fachkräfte in diesen beiden Städten.

Stadt-/Landkreise

Abbildung 3. Quelle: Forschungsdatenzentrum der Länder im Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Statistik der Kinder- und Jugendhilfe Teil. III (Statistik der Kinder und tätigen Personen in Tageseinrichtungen) 2007 - 2015

Abbildung 4. Quelle: Forschungsdatenzentrum der Länder im Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Statistik der Kinder- und Jugendhilfe Teil. III (Statistik der Kinder und tätigen Personen in Tageseinrichtungen) 2007 - 2015