03.12.2015

Dänisches Programm für mehr männliche Pädagogen

Vorgestellt im Rahmen des Expert/innenseminars „Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt und in der Bildung“.

Den Männeranteil in dänischen Kitas zu erhöhen und Geschlechterbilder und –themen von Erzieher/innen kritisch zu reflektieren, das war das Ziel von fünf dänischen Modellprojekten. Bis Mitte 2015 liefen die von der dänischen Regierung geförderten kommunalen Modellprojekte, in deren Rahmen Kindertageseinrichtungen verschiedene Strategien entwickelten, um den Männeranteil zu erhöhen sowie Geschlechterbilder und –themen von Erzieher/innen kritisch zu reflektieren. Die Maßnahmen wurden im Rahmen des von der EU-Kommission geförderten Expert/innenseminars „Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt und in der Bildung“ in Kopenhagen vorgestellt.

Im Rahmen des Programms hinterfragten beispielsweise mehrere Kita-Teams mit Unterstützung externer Berater/innen ihre (geschlechterstereotype) Personalgewinnungspolitik und Öffentlichkeitsarbeit sowie die täglichen Routinen und Sprach- bzw. Kommunikationsstile von männlichen und weiblichen Fachkräften. In einem anderen Projekt beschäftigten drei Kitas für eine längere Zeit einen männlichen Erzieher zur Verstärkung der „Outdoor-Aktivitäten“ im naheliegenden Wald. Im Verlauf des Projekts reflektierte das Team jedoch auch kritisch die (geschlechterstereotype) Zuordnung „Mann und Erlebnispädagogik“ - mit der Folge, dass gegen Ende des Projekts auch eine weibliche Fachkraft für die erlebnispädagogischen Angebote im Freien zuständig war.

Eine kurze Beschreibung und inhaltliche Bewertung der fünf Modellprojekte lassen sich auf Englisch in einem dänischen Diskussionspapier nachlesen, das im Rahmen des EU-Seminars vorgestellt wurde.

http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/files/exchange_of_good_practice_dk/dk_discussion_paper_dk_2015_en.pdf